Die Corona-Krise hat das Zurich Jazz Orchestra genau in der spielintensivsten Zeit der Saison getroffen: im Frühjahr. Ein letztes Konzert konnte am 6. März im Musikklub Mehrspur vor reduziertem Publikum gerade noch gespielt werden. Danach musste auch das Zurich Jazz Orchestra seinen Spielbetrieb einstellen. So entfallen gut die Hälfte der geplanten Konzerte der Saison, womit dem Orchester Gagen in der Höhe von rund CHF 58’000 entgehen.

Die konzertlose Zeit bringt somit zusätzliche Herausforderungen finanzieller Art mit sich. Dies betrifft in erster Linie unsere einzelnen Musiker*Innen, aber dann sicher auch zu einem späteren Zeitpunkt den Probebetrieb für das ganze Orchester. Kurzum, wir sind auf Unterstützung angewiesen. Um die Ausfälle, die uns die Corona-Krise beschert hat, wenigsten ein wenig abzufedern, möchte der Förderverein Zurich Jazz Orchestra einen Hilfsfonds für das ZJO einrichten. Nicht nur, weil die Musiker*Innen auf einen Schlag all ihre Einkünfte verloren haben. Sondern auch, damit es nächste Saison irgendwie weiter gehen kann. Unser Ziel: CHF 40‘000. Sie finden dazu weiter unten detailliertere Informationen und Begründungen. Das also ist unser Anliegen.

Das Zurich Jazz Orchestra wird zwar auch von der Stadt Zürich und dem Kanton Zürich unterstützt. Aber gut ein Drittel der gesamten Mittel muss Saison für Saison eingespielt werden, damit unter dem Strich nur schon eine schwarze Null steht. So war es dem Orchester noch nie möglich, Reserven zu bilden, auf die in Krisenzeiten zurückgegriffen werden könnte.

Die meisten der Musiker und Musikerinnen leben nicht vom Spielen alleine, sondern unterrichten mit einem Teilzeitpensum an einer Musik- oder Hochschule. Die Konzerttätigkeit in verschiedenen Formationen und Bands gehört jedoch zum musikalischen Alltag, ist fester Bestandteil ihres Einkommens und macht zwischen 30% und 70% davon aus.

Die Musiker*Innen haben bei der SVA die nötigen Formulare und Dokumente ausgefüllt sowie die erforderlichen Angaben bei den zugewandten Verbänden deponiert. Es ist toll, was Bund, Kantone und Gemeinden alles in die Wege geleitet haben, um zu helfen. In vielen Fällen wird aber die Erwerbsersatzentschädigung viel zu kurz greifen. Dies bestätigen inzwischen auch die Rückmeldungen.

Für viele Musiker*Innen, Ensembles und Bands ist ein Durchhalten oder Überleben für einige Monate durchaus machbar. Der «Blues» wird aber dann im Herbst folgen. Es wird nicht möglich sein, neue Engagements zu finden, sondern höchstens, wenn es gut läuft, einige verschobene Termin zu spielen. Der ganze Herbst und Winter ist mit verschobenen Terminen bereits verbucht. Vor dem Frühjahr 2021 werden Engagements und neue Projekte nicht möglich sein. Somit können zwar da und dort Konzerte und Vorstellungen nachgeholt, sicher aber keine neuen platziert werden. Dies wird ab dem Herbst zu massiven finanziellen Einbussen und Engpässen führen.

Um mit all diesen Herausforderungen so gut wie irgend möglich umgehen zu können, ruft der Förderverein gemeinsam mit dem Zurich Jazz Orchestra einen Spezialfonds ins Leben. In erster Linie dient dieser Fonds dazu, dass Musiker*Innen des Zurich Jazz Orchestra, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten, unkompliziert finanziell unterstützt werden. Der Fonds soll aber auch die Möglichkeit schaffen, dass es dem Zurich Jazz Orchestra weiterhin möglich ist, Gagen auszuzahlen, auch wenn der Spielbetrieb ruht. Ebenso soll die kommende intensive Probearbeit im Herbst finanziert werden, um musikalisch das Versäumte aufzuholen und den Musikern für ihren Einsatz eine angemessene Probegage zahlen zu können. Es soll dem Orchester möglich sein, trotz der langen unfreiwilligen Pause den Spielbetrieb auf dem gewohnten Niveau wieder aufzunehmen und die neue Saison zu finanzieren.

Helfen Sie mit, dem Zurich Jazz Orchestra die Möglichkeit zu geben, diese spezielle Zeit zu überstehen und eine Zukunft zu haben. Wir danken Ihnen dafür, dass Sie dem ZJO in dieser wirklich anspruchsvollen Situation unter die Arme greifen. Für Rückfragen oder ein persönliches Gespräch, weitere Ideen oder Möglichkeiten stehen Richard Vogel, Daniel Schenker und Bettina Uhlmann sehr gerne zur Verfügung.

Vielen Dank und wir hoffen, Sie allerspätestens zum Saisonstart im Herbst wieder live begrüssen zu dürfen. Darauf freuen wir uns schon jetzt. Bis dahin: Bleiben Sie gesund.

Richard Vogel, Präsident Förderverein ZJO
Bettina Uhlmann, Geschäftsführerin ZJO
Daniel Schenker, Musikalischer Leiter ZJO