Das Album «Dedications» ist der würdige Nachfolger von «Three Pictures» (2018). Steffen Schorns Kompositionen und damit der Klang des Orchesters sind womöglich noch reicher, farbiger, differenzierter, aber zugleich auch wuchtiger geworden. Es zeigt auf, dass das Klangspektrum und die Möglichkeiten einer hochkarätigen Big Band schier unbegrenzt sind. Und gäbe es Grenzen, sie liessen sich von einem wie Steffen Schorn mit Leichtigkeit verschieben. «Ich habe es geliebt, mit dieser Band zu arbeiten, und als ich seinerseits die Stelle als Orchesterleiter antrat, kam sie genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich hatte noch viele Punkte auf meiner musikalischen Bucket List und ich wusste, dass diese Band das Zeug dazu hatte, diese zu erreichen.»


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Der Beweis dafür, dass Steffen Schorn den Punkt auf seiner Bucket List inzwischen hat abhaken können, liegt mit «Dedications» nun vor. Die Musik auf dem Album ist anspruchsvoll und dennoch zugänglich und markiert die wesentlichen Themen modernen Big-Band-Musik – und zugleich all ihre Optionen. Vom Opener «The Mad Code», der ursprünglich für Soloklavier geschrieben und nun für das ZJO vollständig neu orchestriert wurde, über das pan-diatonische «Monsieur Pf.», das sich augenzwinkernd auf einen deutschen Polizeibeamten bezieht, bis hin zu «Walzer», der dreiteiligen Schlussnummer, die mit verschiedenen harmonischen Schichten arbeitet, geht das Zurich Jazz Orchestra auf in seiner Rolle des Vermittlers alles Menschlichen und zuweilen Übermenschlichen. Es changiert dabei souverän zwischen Klangwand und Kammerorchester, zwischen Wucht und Finesse.


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